Generationenkonflikt?

Kürzlich gab es Zoff bei einer freiw. Feuerwehr, weil die “Jungen” wohl sehr viel mehr Ausbildung und Übung wollten, als die “Alten”. Mit “alt” war Ü40 gemeint. Seit 3 Jahren stritten Sie um die Häufigkeit von Übungs-und Ausbildungsstunden. Während die “Jungen” sich auch schon mal Samstags zum zusätzlichen Dienst trafen, meinten die “Alten”, man hätte ja füher auch jedes Feuer aus bekommen.
Außerdem gab es wohl auch noch Differenzen zum Thema Alkoholkonsum. Die Ü40 pflegten gerne die Kameradschaft mit einem alkoholischem Getränk.
Der ganze Streit endete mit dem Austritt von fast der Hälfte der Aktiven, inklusive der Führungskräfte. Schade.

Fast zeitgleich gab es bei einer anderen Feuerwehr Ärger bei einer Vereinsveranstaltung. Hier war man bezüglich der Teilnahme von Kindern beim einem gemeinsamen Essen uneins. Für Familien mit Kindern ist es meist selbstverständlich gemeinsam daran teilzunehmen. Warum auch nicht? Auch hier gab es offensichtlich Austritte aus dem aktiven Feuerwehrdienst, obwohl es um den Verein geht.

Beide Ereignisse unterscheiden sich aber. Einmal Verein und das andere Mal Einsatzabteilung. Ich persönlich kann solche Aktionen nicht nachvollziehen. Wenn mir der Verein nicht passt, kann man ja trotzdem in der Einsatzabteilung bleiben.

Aber warum kommt es zu solchen Unstimmigkeiten? Hat das wirklich mit dem Alter zu tun?
Die Gründe liegen sicher ganz woanders. Früher war “Feuerwehr” Nachbarschaftshilfe. Quasi eine “Selbsthilfegruppe Brandschutz”.
Heute ist Feuerwehr aber wesentlich mehr. Die Anforderungen an jeden Einzelnen sind gestiegen. Technik und Taktik wurde den Anforderungen angepasst. Und so ist es auch nötig, die Feuerwehrleute gründlich und nachhaltig auszubilden. Und war so, dass es auch bei Nieselregen und Nachts um 3 Uhr reibungslos und sicher klappt. Menschenrettung, Brandbekämpfung, etc. ist eben kein Ponyhof! Somit ist Ausbilden und Üben auch etwas lästig, weil anspruchsvoll und weil eine Menge Freizeit drauf geht.

Mancherorts scheint man aber damit Probleme zu haben.
Möglicherweise läuft es dann so:

Übung “light”, damit man sich nicht so plagen muss?
Unterricht nur 30 Minuten, damit es nicht langweilig wird?
Erst gar keine Lehrgänge besuchen, weil man Angst hat, am Ende eine Lernerfolgskontrolle zu schreiben.
Ausnahme für Führungskräfte, ohne die erforderliche Qualifikation Wehrführer der Ortswehr zu werden, weil der Lehrgang 10 Tage
an der Feuerwerhrschule dauert?

In diesem Zusammenhang höre ich oft den Spruch: “Wir machen das doch alle nur freiwillig”. Ja und?

Deswegen “Schmusekurs” für die Profilneurotiker, damit sich nur keiner “auf den Schlips” getreten fühlt?
Ich frage mich, warum Leute dann in die Einsatzabteilung der Feuerwehr gehen, wenn sie nicht bereit sind, sind ordentlich ausbilden zu lassen. Im Fußballverein kämen sie auch nicht aufs Spielfeld, wenn sie im Training nicht genügend Leistung zeigen.
Und kein Trainer käme auf die Idee, nur eimal im Quartal und auch nur 2 Stunden lang seine Manschaft zu trainieren, weil es sonst zu anstrengend ist. Mit dieser Manschaft wird  keiner das Klassenziel erreichen. Aber ausgerechnet bei “der Feuerwehr” soll das gehen?

Ist das jetzt aber wirklich ein Generationenkonflikt?
Ich denke nicht! Es ist eine Sache der Einstellung!
Je legerer man mit Feuerwehr umgeht, umso unwichtiger fühlt sich der Einzelne. “Ist ja nicht schlimm, wenn ich heute nicht zur Übung komme. Sind ja genug andere da.” So, oder so ähnlich könnten die Gedanken sein. Ich finde, je anspruchsvoller (in Grenzen) man die Ausbildung und Übungen gestaltet, umso eher hat der Einzelne ein Erfolgserlebnis. Die Erkenntnis, dass es ohne ihn nicht so erfolgreich gelaufen wäre. Und wenn wir es schaffen, diesen Geist zu vermitteln, dann macht “Feuerwehr” richtig Spaß!
Teamgeist und Wertschätzung des Einzelnen, das könnte ein Erfolgsrezept für eine erfolgreiche Feuerwehr sein.

Dieses Selbstbewusstsein überträgt sich auch auf das Bild in der Öffentlichkeit, welches wir abgeben. Die Bevölkerung hat Vertrauen in unser Können.
Ich habe den Eindruck, unser Image hat in den letzten Jahren etwas gelitten. Habt Ihr Euch schon mal gefragt, warum der Sportverein soviel mehr Mitglieder hat, wie der Förderverein der Feuerwehr?
Ich habe darauf jetzt keine Antwort, aber eigentlich müssten die Leute im Ort doch ein hohes Interesse an “Ihrer Feuerweher” haben.
Wenn nicht schon aktiv, dann zumindest als Unterstützer.

Lasst uns alle daran arbeiten, dass solche Sachen, wie am Anfang beschrieben, die wirklichen Ausnahmen bleiben und wir es schaffen, auch künftig eine leistungsfähige Feuerwehr im Ort zu haben!

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